Was ist Mentaltraining?

Mentaltraining Grundlagen: Gehirn und Unterbewusstsein für mehr Erfolg nutzen

Ein wissenschaftlicher Überblick zum Mentaltraining

„Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: Du wirst auf jeden Fall recht behalten.“ – Henry Ford

Wir leiden vor allem an den Dingen, die wir durch unser Denken und Handeln selbst erschaffen haben. Das, was und wie wir immer wieder denken, formt unsere Welt. Dabei bestimmt unsere geistige Haltung, wen oder was wir in unserem Leben anziehen. Es ist die Mischung aus Glaubenssätzen und Gedankenmustern, mit denen wir uns unsere Wirklichkeit erschaffen. Durch Fokussierung unserer Aufmerksamkeit wird unser Erleben und Empfinden in jedem Augenblick neu erzeugt.

Die Grundlagen: Zwischen Mythos und Wissenschaft

Viele Spitzensportler, Politiker, Künstler und Führungskräfte nutzen Mentaltraining und Hypnose, um innere Blockaden zu lösen, das eigene Potenzial zu entfalten und Bestleistung zu erlangen. Dabei ist Mentaltraining keine neue Disziplin, doch die Bedeutung und Bekanntheit nehmen derzeit rasant zu, und die Techniken haben eine neue Dimension erreicht. Des Öfteren wird Mentaltraining irrtümlich mit Esoterik, rein positivem Denken oder „Gehirnwäsche“ gleichgesetzt – ein Missverständnis, das der wissenschaftlichen Fundierung dieser Methode nicht gerecht wird.

Die Bedeutung mentaler Stärke wird oft unterschätzt und damit vernachlässigt. Über Erfolg oder Misserfolg entscheidet primär unser Kopf. Es kommt darauf an, mit welcher Vision und Energie, welchem Antrieb und Selbstvertrauen, welcher Beharrlichkeit und Ausdauer wir an unsere Vorhaben herangehen.

Das ungenutzte Potenzial

Die Ausgangsbasis: Selbst die Besten unter uns nutzen nur einen Bruchteil ihres mentalen Potenzials – ein Großteil vorhandener Ressourcen schlummert ungenutzt vor sich hin. Mehr Potenziale zu nutzen, mögliche Blockaden zu überwinden und klar definierte Ziele zu erreichen – das ist das Ziel des Mentaltrainings.

Mentaltraining basiert auf der Erkenntnis, dass es ungemein viel schwieriger ist, etwas Vorhandenes zu ändern als etwas Neues zu lernen. Zentrum des Mentaltrainings ist unser Gehirn mit seinen neuronalen Möglichkeiten.

Neurobiologische Grundlagen: Das Gehirn verstehen

Die Architektur des Gehirns

Die wesentlichen Teile unseres Gehirns arbeiten in einem komplexen Zusammenspiel:

Das Stammhirn (auch Reptiliengehirn genannt) steuert unsere Grundfunktionen wie Atmung, Herzfrequenz, Kreislauf und unsere evolutionären Urinstinkte sowie überlebensfähige Reflexe wie Husten, Schlucken oder den Schreckreflex.

Das Zwischenhirn (auch Säugetierhirn genannt) beherbergt das Limbische System mit dem Mandelkern, unserem Emotionszentrum, das unseren Hormonhaushalt und unser Immunsystem steuert. Es reagiert reflexartig und unmittelbar, ohne dass wir es bewusst mit unserem Verstand kontrollieren können.

Das Großhirn befähigt uns zum Denken, Fühlen und Handeln. Hier sitzen die Frontallappen (intellektuelle Planung, Wille, kritisches Denken), die Scheitellappen (Orientierung, Mathematik), die Schläfenlappen (Sprache, Gedächtnis) sowie die Hinterhauptlappen (visuelle Informationen).

Evolutionäres Erbe und moderne Herausforderungen

Trotz der Evolution des Menschen tragen wir noch evolutionäres Erbgut aus der Steinzeit in uns. Das wohl bekannteste davon ist unser angeborenes, unterbewusstes Reflexverhalten in Gefahrensituationen. In diesen reagiert unser Limbisches System unbewusst und unmittelbar mit dem archaischen Notfallprogramm: Angriff, Flucht oder Starre – nicht verhinderbar oder änderbar durch uns. Lediglich eine neue Konditionierung kann diese automatischen Reaktionen leicht abändern. Viele Angst- oder Panikreaktionen werden hier unmittelbar und ohne dass uns dies bewusst ist, gesteuert.

Ein weiteres evolutionsbiologisches Urprogramm – „dazu gehören wollen“ – steuert unbewusst unser Verhalten. Die Ursache: Früher war das „Nicht-dazu-gehören“, der Ausschluss aus der Gemeinschaft, oft mit lebensbedrohlichen Konsequenzen verbunden. Noch immer werden wir von der Kraft der Akzeptanz und gesellschaftlichen Anerkennung getrieben.

Neuroplastizität: Das formbare Gehirn

Das Gehirn wird geprägt von Art, Zweck und Intensität der individuellen Nutzung und zeichnet sich bis ins hohe Alter hinein durch enorme Komplexität und Neuroplastizität aus – also durch die permanente Fähigkeit des Verknüpfens neuer Verbindungen und des Erfassens neuer Lernvorgänge.

Dabei besteht eine Wechselseitigkeit von Körper, Sprache, Emotion und Gehirn: Allein eine Veränderung des Gesichtsausdrucks oder der Körperhaltung reicht aus, um eindeutig nachweisbare Veränderungen im autonomen Nervensystem zu bewirken – und umgekehrt.

Ein Experiment von Forschern am University College London zeigt, wie das Körpergefühl untrennbar mit dem Gehirn verbunden ist. Die Testpersonen legen ihren linken Arm auf den Tisch unter eine Abdeckung, die den Arm unsichtbar macht. Daneben wird eine Gummihand gelegt. Anschließend streicheln die Forscher mit einem Pinsel oder Stäbchen die echte, versteckte Hand und die Gummihand – und zwar gleichzeitig. Die Testpersonen entwickeln innerhalb von wenigen Sekunden Gefühle auch für die Gummihand, sodass sie diese als Teil ihres Körpers empfinden. Sobald die Forscher mit einem Hammer auf die Kunsthand einschlagen, verspüren die Testpersonen ein schmerzhaftes Erschrecken und versuchen, die Gummihand zurückzuziehen. Diese Sinnestäuschung zeigt, dass unser Körpergefühl unser Gehirn widerspiegelt. Dieses reagiert auf eingebildete Gefühle genauso wie auf tatsächliche.

Spiegelneuronen und soziales Verhalten

Die Nervenzellen „Spiegelneuronen“ in unserem Gehirn bestimmen unser Empfinden und soziales Verhalten. US-Forscher fanden heraus, dass die Spiegelneuronen uns das fühlen lassen, was andere empfinden – zum Beispiel Mitleid, Trauer, Freude oder Schmerz. Sie erzeugen Intuition, die uns ahnen lässt, was kommen könnte.

Die zwei Wahrnehmungssysteme

Der Mensch verfügt über zwei Wahrnehmungssysteme, das Unterbewusstsein und das Bewusstsein.

Das Unterbewusstsein: Der mächtige Autopilot

Unser Unterbewusstsein kann bis zu 20 Millionen Reize pro Sekunde und etwa 7500 Informationen pro Minute aufnehmen, verarbeiten und speichern. Das Unterbewusstsein steuert zu circa 90 Prozent nicht nur die Funktionen unseres Organismus, sondern auch die Ausführung unserer Handlungen. Unser Unterbewusstsein funktioniert gewohnheitsmäßig – es reagiert auf die gleichen Lebenssignale immer mit dem gleichen Verhaltensmuster.

Die Verhaltensmuster verändern sich im Laufe der Zeit. Da sie von den Vorfahren geprägt sind und teilweise übernommen wurden, hat jede Generation großenteils veraltete Grundregeln des Lebens. Für unsere Vorfahren waren zum Beispiel die Themen Pflichterfüllung, sozialer Stand, Autorität, erwartungsgerechtes Benehmen, Kontrolle und Sicherheit von entscheidender Bedeutung. In der jetzigen Zeit stehen Freiheit, Emanzipation, Wahlfreiheit zwischen vielen Möglichkeiten, Kreativität und ökologisches Handeln im Vordergrund. Obwohl das Internet und die sozialen Medien eine Kommunikation auf Augenhöhe ermöglichen und die Statusgrenzen verwischen, ist das von unseren Vorfahren überlieferte Statusdenken immer noch in uns erhalten.

Die im Laufe unseres Lebens entstehenden destruktiven Muster sind verinnerlichte Reaktionen, die sich vom ursprünglichen Ergebnis abgekoppelt und damit verselbständigt haben. So resultieren zum Beispiel Selbstwertprobleme oder die Neigung, sich zu unter- oder überfordern, häufig aus extrem hohen Maßstäben für sich selbst und andere.

Die Prägephase und der kritische Faktor

Viele unserer Verhaltensmuster entstehen in der Prägephase, die ungefähr bis zu unserem sechsten Lebensjahr geht. Diese Prägung können wir zwar in Teilen ändern, aber selten grundlegend. Das Kindheits-Ich prägt unser ganzes Leben.

Im Alter von etwa sechs Jahren entsteht der sogenannte kritische Faktor, der Bewusstes vom Unbewussten trennt. Dieser prüft bei jeder neuen Sinneswahrnehmung, ob ein passendes Programm bereits vorhanden ist. Wenn ja, wird dieses automatisch übernommen. Wenn nein, prüft der kritische Faktor, ob diese neue Information ignoriert werden kann oder neu aufgenommen werden muss.

Die Macht der Gewohnheit

„Wir sind das, was wir immer wieder tun. Herausragende Leistungen sind keine einmalige Handlung, sondern eine dauerhafte Gewohnheit“, sagte bereits Aristoteles. Die Wiederholung einer Handlung verstärkt die dazugehörige neuronale Verbindung und führt zu einer Gewohnheit. Wenn wir täglich aktiv unsere Ziele verfolgen, wird dieses zielgerichtete Handeln zu unserer Gewohnheit und Erfolgsbasis. Umgekehrt sind ständiges Fokussieren auf Limitierung, Misserfolg und ein permanent negativer innerer Dialog der sicherste Weg, genau das, was wir nicht wollen, jetzt und in Zukunft herbeizuführen.

Das Bewusstsein: Der begrenzte Scheinwerfer

Während unser Unterbewusstsein bis zu 20 Millionen äußere Reize pro Sekunde verarbeiten kann, ist unser Bewusstsein sehr viel reduzierter und nicht multitaskingfähig. Der Harvard-Psychologe George A. Miller veröffentlichte in seinem weltweit beachteten Artikel „The Magical Number Seven, Plus or Minus Two: Some Limits on Our Capacity for Processing Information“ seine wissenschaftliche Erkenntnis zur Aufnahmefähigkeit des Bewusstseins. Die „Millersche Zahl“ bezeichnet seine Erkenntnis, dass ein Mensch nur 7 plus/minus 2 Informationseinheiten gleichzeitig im Kurzzeitgedächtnis aufnehmen und präsent halten kann. Unser Gehirn verfügt über einen sehr restriktiven Filter für Informationen und Reize von außen – wir können nur einen Gedanken zur selben Zeit denken.

Wie das Gehirn Realität konstruiert

Das Bild unserer Realität ist nach neuesten neurowissenschaftlichen Erkenntnissen stark von unseren Erwartungen geprägt. Dabei greift unser Gehirn auf frühere Erfahrungen zurück und leitet daraus Vorhersagen ab, was wohl als nächstes passieren wird. Das Gehirn nutzt die riesige Datenbank des Unterbewusstseins, in der Wissen, Erfahrungen, instinktive und erlernte Verhaltensmuster gespeichert sind und durch äußere Reize abgerufen werden können.

Unser Gehirn analysiert die gegenwärtigen Sinneswahrnehmungen nicht neu, sondern vergleicht diese mit dem in der Vergangenheit erlernten Wissen, Handeln und Verhalten. Aus den Abweichungen leitet es die wahrscheinlichste Prognose für die Gegenwart und Zukunft ab.

Den aktuellen Forschungen zufolge ist ein Großteil unseres Handelns darauf gerichtet, Voraussagefehler unseres Gehirns zu reduzieren, um Unvorhergesehenes zu minimieren. „Ein Gehirn, das auf Voraussagen gestützt arbeitet, kann viel schneller reagieren als eines, das immer erst sämtliche einlaufenden Informationen abwarten und analysieren muss“, erklärt Werner Schneider, Psychologe an der Universität Bielefeld, in der Zeitschrift „Gehirn & Geist“. Wir sehen also die Welt durch den Filter unserer Vergangenheit.

Wenn Bewusstsein und Unterbewusstsein kollidieren

Das Gehirn bewertet die gespeicherten Daten mit „gut für mich“ oder „nicht gut für mich“, wobei im ersten Fall ein Bevorzugungsprogramm und im zweiten Fall ein Verhinderungsprogramm aktiviert werden. Problematisch wird es, wenn das Bewusstsein A bevorzugt, während das Unterbewusstsein A zu verhindern sucht. Da Letzteres unbewusst und oft unbemerkt geschieht, glauben wir, alles für A zu tun und merken dabei nicht, dass und wie viel wir für die Verhinderung von A tun. Es ist daher wichtig, unterbewusste und bewusste Prozesse zu erkennen und in Einklang zu bringen.

Die Rolle der Emotionen

Unsere Gefühle bestimmen maßgeblich die Art und Weise, wie wir denken, was wir von der Welt wahrnehmen, wie wir eine Situation einschätzen und was wir uns zutrauen. Nach einem gruseligen Film zum Beispiel fühlen wir uns vorübergehend in einer anderen Wirklichkeit voller unheimlicher Geräusche und Schatten und spüren Angst. Dieses Phänomen nennen die Cineasten „Mindfuck“ oder – etwas vornehmer ausgedrückt – simulierte Realität. Von den gruseligen Bildern geprägt, geht unser bewusstes Denken in diesem Moment tatsächlich von einer Gefahr aus. Das Zusammenspiel von Fühlen und Denken wird in der Psychiatrie als „Affektlogik“ bezeichnet.

Um Positives zu erleben, müssen wir positive emotionale Zustände erzeugen. Die Emotionen bestehen aus vier Bereichen:

  • Körperliche Reaktion
  • Bewertendes Gefühl
  • Bewertende Gedanken
  • Verhalten, das sich daraus entwickelt

Zweifel und Skepsis sind mächtige Faktoren, die unser Bewusstsein und damit unsere Lebensqualität bestimmen.

Oft sind wir uns der primären Emotionen nicht bewusst, sondern nur der sekundären emotionalen Reaktionen darauf. Mentaltraining kann die primären Emotionen und die daraus resultierenden Denk- und Verhaltensweisen deutlich machen, um sie gezielt zu verändern.

Energy flows where attention goes

Worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, wird zu unserer Realität. Philosophie, Wahrnehmungspsychologie und Quantenphysik sind sich einig, dass unsere Realität ein Abbild, eine Projektion unseres Inneren ist. Die Quantenphysik sagt darüber hinaus, dass die Dinge überhaupt erst existieren, wenn wir unser Bewusstsein darauf richten. Das Fazit des renommierten Physikers Fred Alan Wolf lautet: „Das Universum scheint ohne einen Betrachter nicht zu existieren“.

Alles, was wir sehen, existiert so, wie wir es sehen. Das Gesetz der Resonanz besagt, dass wir alles anziehen, was unseren eigenen Schwingungen entspricht. Das bedeutet, wir ziehen genau das an, was unseren Gedanken, Gefühlen, Einstellungen und Erwartungen entspricht.

Anhand unserer eigenen mentalen Landkarten betrachten wir die Dinge, wie sie sind (Realitäten) und wie sie sein sollten (unsere Wertvorstellungen). Dabei gehen wir davon aus, dass die Dinge tatsächlich genau so sind, wie wir sie sehen, und sie darüber hinaus genau so sind, wie sie unserer Meinung nach sein sollten.

Wir sehen die Welt nicht so, wie sie ist, sondern wie wir sind

Limitierende Glaubenssätze (zum Beispiel „das schaffe ich doch eh nicht“) führen zur self-fulfilling prophecy, also zu einer sich selbsterfüllenden Prophezeiung. Wenn wir eine Änderung wollen, müssen wir uns selbst ändern. Jedoch neigen wir oft dazu, leidenschaftlich und hartnäckig an falschen Gedanken festzuhalten, weil wir diese für wahrhaftig und nicht änderbar halten.

Gewohnheiten, die uns stören, sind häufig Kompensationen für andere Dinge, die uns fehlen oder überfordern. So ist Übermotivation oft ein Ausgleich oder Kaschieren einer Schieflage im Leben. Bewusst sind wir uns dessen jedoch meist nicht. Doch alles, was wir verdrängt haben, kommt auf die eine oder andere Weise auf uns zurück.

Wenn einschneidende Erlebnisse unbearbeitet bleiben, machen sie – zum Beispiel durch körperliche Symptome oder andere Verhaltensauffälligkeiten – auf sich aufmerksam. Diese sind beim Mentaltraining hilfreiche Hinweise auf Blockaden und Ängste.

Das Heilungspotenzial des Gehirns

Unser Gehirn kann unsere Angstreaktion unmittelbar ein- und ausschalten, da im Mandelkern unseres Gehirns die Funktion sitzt, die Angstreaktion entstehen zu lassen und diese wieder aufzuheben. Dabei kann die bei längerfristigen Blockaden hervorgerufene Emotion durch den dynamischen Prozess unseres Gehirns neu gespeichert und verankert werden. Die Plastizität unseres Gehirns hat ein riesiges Veränderungs- und Heilungspotenzial.

Vieles, was uns im Leben widerfährt, ist Ausdruck dessen, was wir selbst mit unserem Denken erschaffen. Wie weit unsere eigenen Gedanken unser Erleben bestimmen, zeigen zum Beispiel Placebos. Aufgrund unseres Denkens haben die Placebos einen realen positiven Effekt auf unsere Gesundheit. In wissenschaftlich fundierten Dokumentationen wurde die mentale Wirkung und damit Steigerung des Wohlbefindens oder Heilung durch Placebos wiederholt nachgewiesen.

Das Gesetz von Ursache und Wirkung

Jeder uns beherrschende Gedanke drängt danach, sich in eine Handlung zu verwandeln und wahr zu werden. Gemäß dem Gesetz von Ursache und Wirkung setzt unser Denken eine Ursache und schafft eine Wirkung.

Sobald wir einen Gedanken denken, entsteht messbare Energie in einer bestimmten Schwingungsqualität. Damit befasst sich die seit einigen Jahren auf dem Vormarsch befindliche Energetische Psychologie. Einer ihrer Wegbereiter ist Dr. Fred Gallo, der das System „Energy Diagnostic and Treatment Methods“ (EDxTM) entwickelt hat. EDxTM führt die Erkenntnisse und Techniken zusammen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, angewandten Kinesiologie, Meridiantherapie, Hypnotherapie, Neurolinguistischem Programmieren (NLP), Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR), Emotional Freedom Techniques (EFT™ nach Gary Craig) und Meridiantherapie (TFT™ durch Roger J. Callahan).

In wissenschaftlichen Studien in den USA wurde die Effektivität der Energetischen Psychologie untersucht. Eine Studie der Florida State University stuft zum Beispiel die Methode nach Fred Gallo unter die schnellsten und effektivsten Ansätze für die Auflösung von Störungen in Seele und Körper ein. Neben dem körpereigenen Energiesystem ist eine weitere Erklärung für die verblüffende Wirksamkeit dieser Techniken, dass durch diese neue neuronale Vernetzungen stattfinden und wir so auf sehr sanfte und sichere Weise unser Gehirn neu programmieren und Blockaden nachhaltig auflösen können.

Mentaltraining: Mehr als positives Denken

Mentaltraining geht über positives Denken, das grundsätzlich gut und wichtig ist, weit hinaus. Wer mit dem berühmten „positiven Denken“ allein zum Erfolg zu gelangen versucht, wird allzu oft enttäuscht: Denn unter der Decke des „Positiven Denkens“ brodeln unsere Ängste, Zweifel und Blockaden weiter. Die „positiven“ Suggestionen unseres Verstandes (zum Beispiel „Du bist erfolgreich“, „Alles, was geschieht, ist gut“, „Du wirst reich“) bewältigen nicht die Zweifel („Ich schaffe das nicht“, „Ich bin es nicht wert“, „Ich werde durch den großen Stress bald krank“), sondern führen zu einer inneren Spaltung.

Wenn wir im Wünschen verharren, verstärken wir den Zustand des Nicht-Habens. Wenn wir im Hoffen verharren, verstärkt ein Gefühl der Ohnmacht den Zustand des Nicht-Habens. Die Änderung einzelner Glaubenssätze bringt keine Änderung des gesamten Denksystems – denn diese sind nur die Spitze eines Eisbergs, unter dem sich feste Überzeugungswelten verbergen.

Die Grenzen der Selbstkontrolle

Erkenntnisse aus Hirnforschung und Motivationspsychologie zeigen, dass eine permanente Selbstkontrolle langfristig wenig Erfolg bringt und signifikant zu Erschöpfung und Demotivation beitragen kann. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse der biologischen Psychologie besagen, dass das in Stresssituationen ausgeschüttete Hormon Cortisol das Abrufen von Wissen aus unserem Gehirn blockiert und somit unsere Erinnerungs- und Leistungsfähigkeit temporär stark einschränkt. Der Versuch, sich in Stresssituationen zu noch mehr Leistung zu zwingen, erscheint in diesem Zusammenhang kontraproduktiv.

Wie Mentaltraining wirkt

Mentaltraining schafft neuen Zugriff auf ungenutztes Potenzial, fokussiert unterbewusste Programme auf Ziele und bringt Wollen, Können, Glaubenssätze und den inneren Dialog in Einklang mit den zu erreichenden Zielen.

Darauf aufbauend bewirkt Mentaltraining eine Veränderung des Denkens, der davon ausgehenden Schwingung und Energie. Wenn wir unser Denken ändern, verändern wir unsere Sichtweise, unser Verhalten, unsere Umgebung und unsere Gesamtsituation.

Die Grundpfeiler der Veränderung

Grundlage für Mentaltraining ist die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für uns, unsere Situation, unsere Zukunft und die Bereitschaft zu Veränderung. Die drei Grundpfeiler Achtsamkeit, Vertrauen und Wahlfreiheit sind Basis der positiven Veränderung. Wir müssen die Entscheidung treffen, in welche Richtung wir uns und unser Leben verändern und was wir dabei erreichen wollen. In einer durch die renommierte Zeitschrift „Psychologie heute“ durchgeführten Studie konnten nur 5 Prozent der Befragten spontan sagen, was sie im Leben wirklich wollen – 95 Prozent hatten dazu keine konkreten Vorstellungen.

„Solange der Mensch noch atmet, kann er sich auch verändern“, sagte einst der verstorbene Psychologe und Begründer der „Provokativen Therapie“ Frank Farrelly. Seiner Überzeugung nach sind die drei größten Widersacher für Veränderung: Faulheit, Feigheit und Fixierung.

Veränderung durch neues Handeln

Veränderung entsteht nicht durch neues Wissen, sondern durch neues Handeln. Im Mentaltraining werden neue Denk- und Verhaltensweisen etabliert und Veränderung im Kern vorgenommen.

Im Mentaltraining lernen wir, unseren Fokus zu verändern, klare Ziele zu visualisieren und unserem Unterbewusstsein entsprechend neue gezielte Informationen zu geben und damit unser Verhalten automatisch zu verändern. Richten wir die Aufmerksamkeit auf ein klar definiertes Ziel, navigiert unser Unterbewusstsein uns zum Ziel – wie wir zum Beispiel beim Autofahren oft unbewusst zu unserem Ziel gelangen.

Fazit

Die Grenzen unserer Überzeugungen setzen die Grenzen unseres Lebens. Wir regulieren unser Nervensystem durch das, was wir denken, fühlen, glauben und wie wir emotional reagieren. Glaubenssätze verankern sich durch jahrelanges, immer gleiches Denken, Handeln und Fühlen und werden so zu einer festen, unreflektierten Gewohnheit und damit zum Teil der eigenen Persönlichkeit.

Energy flows where attention goes. Worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, wird zu unserer Realität. Philosophie, Wahrnehmungspsychologie und Quantenphysik sind sich einig, dass unsere Realität ein Abbild, eine Projektion unseres Inneren ist.

Mentaltraining bietet einen wissenschaftlich fundierten Weg, diese Erkenntnisse praktisch zu nutzen – nicht durch oberflächliches positives Denken, sondern durch tiefgreifende Arbeit mit dem Unterbewusstsein, durch die Nutzung der Neuroplastizität unseres Gehirns und durch die bewusste Gestaltung unserer mentalen Landkarten. Es ist ein Werkzeug, das es uns ermöglicht, von reaktiven Verhaltensmustern zu bewusster Selbstgestaltung überzugehen.

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