Die richtigen Neujahrsvorsätze erfolgreich umsetzen

Das Jahr neigt sich dem Ende. Diese Zeit ist für viele Menschen die Zeit der Reflexion und Bestandsaufnahme: Wo stehe ich? Habe ich meine Ziele erreicht? Bin ich mit meinem Leben und meiner Karriere zufrieden? Was bedeuten für mich Glück und Zufriedenheit?…

Wir merken in dieser Zeit nicht selten, wie schnell das Jahr schon wieder vorbei ist, wie die Zeit zwischen unseren Händen zerrinnt und wie sehr wir im zurückliegenden Jahr einfach nur funktioniert und reagiert haben, anstatt unser Leben aktiv und nach unseren Vorstellungen zu gestalten. In genau dieser Zeit entstehen oft die guten Neujahrsvorsätze: Mehr Sport, gesündere Ernährung, weniger Stress, bewusster Leben, mehr Zeit für sich und seine Liebsten… Doch bereits am 10. Januar ist oftmals all das als wichtig Erkannte in Vergessenheit geraten.

Mit dem unbewussten Funktionieren und Reagieren überbrücken wir eine lange, lange Zeit, mit Pech unser ganzes Leben. Wir verbringen unser gesamtes Leben damit, gelähmt zu sein, weil wir davon träumen, jemand zu sein, der wir nicht sind und ein Leben zu führen, das wir nicht haben. Viel zu spät bemerken wir dabei erst, dass uns selbst gar nicht wirklich klar ist, was wir eigentlich wirklich wollen.

„Ich bin nicht unglücklich“

„Bist Du glücklich?“, fragt die Frau ihren Mann. „Ich bin nicht unglücklich“, entgegnet dieser. Diese diffuse Definition von Glück zementiert unseren Ist-Zustand. Denn wir Menschen verändern oft so lange nichts, bis unsere Situation so schlimm wird, dass wir genau wissen: So kann es nicht weitergehen. Der dann einsetzende Kreislauf unserer Veränderung wird oftmals nach erster Verbesserung bereits gestoppt. Im Coaching und bei der Persönlichkeitsentwicklung erlebe ich häufig diese Phasen der Veränderung:

  1. Wachsende Unzufriedenheit, Leid, Schmerz, fehlende Perspektive, zunehmende Frustration.
  2. Reflexion, Einsicht, dass es so nicht weitergehen kann, Entscheidung, Ergreifen erster Maßnahmen.
  3. Erste Ergebnisse, sicht- und spürbare Veränderungen und Verbesserungen.
  4. Unzufriedenheiten und Leid werden reduziert, neue Perspektiven entstehen, die Situation verbessert sich.
  5. Nach ersten Verbesserungen verlieren wir an Drive und Entschlossenheit.
  6. Wir fallen langsam in alte Muster und Gewohnheiten zurück, neue Gewohnheiten, Ziele und gewonnene Klarheit geraten stetig in Vergessenheit.
  7. Wir landen zunehmend wieder genau dort, wo wir bei Schritt 1 einmal waren.

Die gefährlichste Situation ist die, wenn wir uns an unser chronisches Leid und den Schwelbrand der Unzufriedenheit gewöhnt haben. Dann wird das subjektiv gefühlte Leid nicht mehr stark genug wahrgenommen, so dass wir kaum Veränderungsmotivation haben. An dieser Stelle wollen wir zwar neue Resultate, jedoch ist nur geringe Bereitschaft für Entschlossenheit und Handlung da.

Die Routinen unserer immer gleichen Handlungen und Bemühungen führen zu immer mehr von dem immer Gleichen. Nur, wenn wir anfangen, anders zu denken, aufhören, mit dem immer Gleichen fortzufahren und neu zu handeln, durchbrechen wir unsere vorhandenen Muster und bekommen neue Ergebnisse. „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen – und gleichzeitig zu hoffen, dass sich alles ändert,“ so ein berühmtes Zitat von Albert Einstein.

Jahresvorsätze

Allgemeine oder schlechte Jahresvorsätze bergen drei große Gefahren:

  1. Wir nehmen uns zu viel vor. Ziele sind gut, da sie uns motivieren. Ist das Ziel aber zu groß oder sind es zu viele Ziele auf einmal, weitet sich die Schere zwischen Ziel und Machbarkeit. Die Folgen sind Frust, schnelles Aufgeben oder erst gar nicht Anfangen. Oft geben wir Dinge auf, weil wir sie uns entweder nicht zur Gewohnheit gemacht und schnell wieder vergessen haben, oder weil wir uns deren stetige Fortsetzung einfach nicht zutrauen.

 

  1. Wir vergleichen uns. Wir vergleichen das, was wir sind und haben, mit dem, was wir unserer Meinung nach sein sollten oder was unserer Wahrnehmung nach andere haben. Je mehr wir uns und unser Leben beleuchten, desto mehr geht diese Soll-Sein-Schere auseinander und macht uns noch unglücklicher. Das permanente Vergleichen führt zu einem omnipräsenten Gefühl des Mangels: Nie habe ich genug, nie habe ich das, was der oder die andere auch hat („wenn ich erst so viel verdiene wie der Meier, ja dann…“). Wir geben damit die Verantwortung an die Zukunft und andere Variablen ab und vertagen das Jetzt. Für das ständige Bewerten zahlen wir emotional einen hohen Preis. Es macht uns innerlich kaputt, ohnmächtig und trägt viel zerstörerisches Potenzial in sich. Die Folgen sind: Wir leben fast nie im Jetzt, wir sind selten wirklich zufrieden, wir orientieren uns defizitär an dem, was wir noch nicht können und glauben, so noch nicht richtig oder gut genug zu sein.

 

  1. Die Fülle an potenziellen Möglichkeiten macht Angst sich festzulegen, für eine Sache zu entscheiden und dabei andere Möglichkeiten eventuell zu verpassen. Vor lauter Fragen und theoretischen Möglichkeiten findet keine Entscheidung oder entschlossene und konsequente Handlung statt. „Ganz allgemein gilt, dass nur der Mensch gierig ist, der unbefriedigt ist. Die Gier ist immer das Ergebnis tiefer Enttäuschung. Ob es um die Gier nach Macht, nach Essen oder etwas anderem geht, die Gier ist immer das Ergebnis einer inneren Leere“, so Erich Fromm.

Die meisten Menschen versuchen, eine schlechte Zukunft zu vermeiden, die noch nicht einmal passiert ist. So absurd es also klingt, oft ziehen wir das Verharren in Leid, Unglück, Unzufriedenheit und Misserfolg positiver Veränderung vor; denn mit dieser Verhaltensweise wird ein elementares Gefühl in uns befriedigt: Vertrautheit. Diese gibt uns ein vermeintliches Gefühl von Sicherheit, wohingegen Veränderung als Bedrohung und als unkalkulierbares Risiko erscheint. Angst ist fast immer an die Vorstellung geknüpft, dass sich in der Zukunft etwas Schreckliches ereignen könnte. Daher ist Angst für uns oft Impulsgeber, in der vermeintlichen „Komfortzone“ zu bleiben. Diese gibt uns das trügerische Gefühl von Sicherheit, in Wahrheit dient sie nur der Flucht vor der Angst. Diese Flucht verhindert, dass wir zu uns selbst und zu dem Leben finden, das wir leben wollen und können. Um ein erfülltes und angstfreies Leben führen zu können, müssen wir die Angst vor Veränderungen hinter uns lassen. Häufig ist es die Angst, die uns am Handeln hindert und uns glauben lässt, wir seien zufrieden mit dem Leben, das wir leben oder unsere Situation sei schlicht nicht änderbar.

“Don’t deal it until you feel it and heal it”

Stellen Sie sich genau dem, was und wie es gerade ist. Schauen Sie hin und machen Sie eine ehrliche Bestandsaufnahme wo Sie stehen und wohin Sie wollen. Und dazu gehört, ehrlich und offen das eigene Blatt anzuschauen, also genau das zu sehen und als Realität zu akzeptieren, wie es in diesem Moment wirklich ist. Stress und Unzufriedenheit entstehen, wenn wir sagen, dass etwas anders sein SOLLTE als es in der Realität der Fall ist. Häufig versuchen wir, äußere Gegebenheiten zu beeinflussen und zu sagen, dass dieses oder jenes sein muss, damit wir glücklich sein und unsere Ziele erreichen können. Doch wer mit der Wirklichkeit streitet und das Außen versucht zu kontrollieren, zwingt Ereignissen und Menschen die eigene Vorgehensweise auf. Wer bei sich bemerkt, oft nach Ausreden zu suchen, anderen die Schuld zu geben, in dem Glauben lebt, niemand gebe ihm genügend Dankbarkeit oder Wertschätzung entgegen, muss erkennen, dass dies weniger an den anderen, als am eigenen Kontrollbedürfnis liegt.

Wo Angst ist, verzerrt sich unsere Wahrnehmung. Und solange wir nicht anfangen zu erkennen, dass nicht das Verhalten des anderen von Bedeutung ist, sondern unser eigenes Handeln und unsere eigene Reaktion und Bewertung, werden wir uns immer ungenügend und abhängig fühlen. Dabei ist UNSER Leben das Resultat UNSERER Entscheidungen.

Verdrängung, Ablenkung, Kompensation – häufig ist das, was uns vermeintlich am meisten hilft, genau das, was uns aber tatsächlich von einem Leben nach unseren Vorstellungen abhält.
Wie sähe Ihr Leben aus, wenn Sie aufhören würden zu kompensieren?

„Don’t deal it until you feel it and heal it“, heißt es im Englischen. Das bedeutet: Bevor wir uns mit etwas abfinden und so tun, als sei alles in Ordnung, müssen wir diese Sache aufrichtig fühlen und heilen. Denn wir können nichts heilen, was wir nicht fühlen. Nutzen Sie zur ehrlichen Bestandsaufnahme auch meine kostenlose Lebensrad-Analyse.

Für effektive und nachhaltige Veränderung sind zwei Dinge wichtig:

  1. Ehrlichkeit.
  2. Neue, kraftvolle Ziele formulieren. Denn das Gute muss dem Besseren weichen.

Unsere Sprache formt unsere Realität

Forschungen haben ergeben, dass einer der wesentlichsten Gründe für Depressionen harte, kritische Worte sind, die wir uns immer und immer wieder selber sagen. Des Weiteren haben Psychologen entdeckt, dass Menschen mit geringem Selbstwertgefühl negative Begriffe wie faul, langweilig, hässlich, Niete, wertlos und Versager mehrere hundert Mal in der Stunde wiederholen – meist völlig unbemerkt als innerer Dialog. Ein guter Neujahrsvorsatz könnte demnach sein, mehr auf seine Worte und seinen inneren Dialog zu achten.

Gute Übungen gibt es dazu in meinem Erfolgsbuch „DU BIST, WAS DU DENKST“ sowie im Workbook der Mental-CD „Selbstbewusst werden“.

Sir Roger Bannister

Noch vor einigen Jahrzehnten hielt sich die feste Überzeugung, dass kein Sportler eine Meile in unter vier Minuten laufen kann. So viele Mittelstreckenläufer versuchten es vergeblich und scheiterten an dieser Hürde. Es hielt sich die Überzeugung, dass diese Grenze für den Menschen schlicht unmöglich zu überschreiten sei. Bis am 6. Mai 1954 der Brite Sir Roger Bannister diesen Rekord als Erster auf dem Iffley Road Track der Oxford University mit einer Zeit von 3:59:04 brach. Das, was für den Menschen bis dahin als unmöglich erschien, schaffte Roger Bannister durch hartes Training, eisernen Willen, positive Worte zu sich selbst und das tägliche Visualisieren, dass die Uhr unter vier Minuten anzeigt, während er das Ziel erreicht.

Erstaunlich ist aber nicht nur, was Bannister durch feste Überzeugung, konsequentes Handeln und seinen inneren Bildern und Worten als erster Mensch schaffte. Keine zwei Monate später knackte der Australier John Landy die Bestzeit in 3:58:00 Minuten. Noch weitere 7 Läufer liefen in dem Jahr die Meile in unter vier Minuten. Im darauffolgenden Jahr liefen weitere 57 Läufer die Meile in unter vier Minuten. Und dass nur, weil Roger Bannister diese Bilder in ihre Köpfe gesetzt hatte und zeigte, dass dies möglich ist.

Neujahrsziele richtig formulieren

Das Beispiel von Sir Roger Bannister zeigt, wie viele Dinge möglich werden, von denen wir dachten, sie seien unmöglich. Erlauben Sie sich, groß zu denken und Ihre bisherigen Grenzen infrage zu stellen. Bezweifeln Sie von nun an auch die Limitierungen Ihrer Umgebung: „Sei doch nicht verrückt…“, „mach Dich nicht unglücklich…“, „Du wirst am Ende ja doch nur enttäuscht…“, „das schaffst Du eh nicht…“. Man muss erstmal sich selbst erlauben, große Ziele zu haben und daran glauben, dass man diese auch verdient hat, bevor man vom Leben erwartet, dass es einem entgegen der eigenen Überzeugung all das schenkt.

Der Irrtum der Menschen beruht auf der irrigen Vorstellung, dass die Dinge irgendwann irgendwie schon ganz anders und besser werden. Aber das werden sie nicht. Jedenfalls nicht von allein. Daher sollten wir heute beginnen zu leben, heute unsere Wünsche, Sehnsüchte oder Träume definieren und leben. Fangen Sie an und beantworten Sie sich diese drei Fragen:

  1. Was MUSS sich JETZT in MEINEM Leben verändern?
  2. Welches ERGEBNIS will ich wirklich um jeden Preis erreichen?
  3. Und: WARUM möchte ich genau das erreichen?

Ihr Ziel und Ihr Warum (Ihre Beweggründe und Motive) sind das, was den Erfolg Ihrer Veränderung bestimmen. Ihr Ziel gibt dabei die Richtung vor, aus dem Warum (Sinn) erwächst Ihr Antrieb, erwächst das TUN. Nur ein starkes Warum verhindert die Gefahr des Zurückfallens in die gewohnte Komfortzone.

Warten Sie nicht auf Motivation. Die Motivation wird kommen, wenn Sie anfangen zu Handeln.

Jahresvorsätze

Jahresvorsätze

Ein erfolgreicher Jahresvorsatz könnte sein, sich die Liste dieser 10 Dinge aufzuhängen, die man aufgeben muss, wenn man glücklich sein will.

10 Jahresvorsätze – auf diese Dinge werde ich im neuen Jahr verzichten:

  1. Mich ständig beschweren.
  2. An meinen limitierenden Glaubenssätzen festhalten.
  3. Andere beschuldigen und ihnen die Verantwortung für mein Leben geben.
  4. Negative Selbstgespräche.
  5. Verweilen in der Vergangenheit.
  6. Angst und Widerstand vor Veränderung und mir einreden, es sei alles super wie es ist.
  7. Das Bedürfnis, andere beeindrucken zu wollen.
  8. Immer Recht haben zu wollen und andere von der Richtigkeit meiner Meinungen überzeugen zu wollen.
  9. Meine Überzeugung, die Zustimmung von anderen zu brauchen.
  10. Mich permanent zu vergleichen.

Die ersten 30 Minuten des Tages setzen dabei die Verhaltensweisen des restlichen Tages fest. Fangen Sie im neuen Jahr daher Ihren Tag nicht mehr mit dem Weiterstellen des Weckers oder Administrationsaufgaben an (E-Mails checken, Newsletter lesen, LinkedIn, Instagram, Surfen etc.), sondern mit einer kraftvollen Morgenroutine und einem Erfolgstagebuch. Ansonsten fühlen wir uns zwar irre produktiv, bewegen aber nichts!

Neujahrsvorsätze richtig umsetzen

Bringen Sie den Prozess der Veränderung in Gang. Belassen Sie es nicht bei den guten Neujahrsvorsätzen. Egal, was Sie sich vorgenommen haben, stellen Sie sich zu Beginn die Frage:
Was ist die EINE Sache, die ich jetzt und im neuen Jahr dauerhaft umsetzen kann, um mein Veränderungsziel zu erreichen?

Dabei ist die Größe des Machbaren völlig unwesentlich. Wie klein auch immer die Veränderung ist: Was zählt, ist einzig das tatsächliche Tun. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Auch die Wissenschaft bestätigt: Wenn wir etwas gezielt erledigt haben, springt das Belohnungszentrum im Gehirn an und schüttet Neurotransmitter wie Dopamin aus, die Glücksgefühle auslösen.

Aber Achtung: Wenn Sie anderen nur von Ihren Plänen und Zielen erzählen, täuschen Sie sich selbst und suggerieren schon eine erste, falsche Belohnung und Zufriedenheit und bekommen Anerkennung und Zuspruch für etwas, das Sie noch gar nicht angefangen haben. Halten Sie es dann nicht durch, setzt auch bei Ihrem Umfeld ein gefährlicher Abnutzungseffekt ein: Glaubt Ihnen Ihr Umfeld nicht mehr, glauben Sie sich erst recht nicht mehr.

Nichts wird besser, solange wir es nicht regelmäßig tun. Die wesentlichen Eckpfeiler erfolgreicher Veränderung sind:

TUN – das Machen entscheidet über Erfolg und Misserfolg.

MACHBARKEIT – Ziele und Veränderungen müssen lebbar im Alltag sein und dürfen in Teilziele heruntergebrochen werden.

KONTINUITÄT – nur durch eine regelmäßige Taktung gelingt der Transfer von neuem Verhalten in den Alltag.

Prozess in Bewegung bringen

Bringen Sie Ihren Veränderungsprozess in Gang.

  1. Fangen Sie an! Das Handeln entscheidet über Erfolg oder Misserfolg.
  2. Tun Sie es regelmäßig! Am besten mit fester Taktung jeden Tag zu einer festen Uhrzeit.
  3. Weiten Sie stetig aus! Wenn Ihnen dies gelingt und Freude bereitet, weiten Sie die tägliche Zeit stetig aus.

Hunter S. Thompson schrieb: „Das Leben sollte keine Reise zum Grab sein, die mit dem Vorsatz angetreten wird, in einem schönen und gut erhaltenen Körper anzukommen. Im Gegenteil, man sollte mit blockierten Rädern in einer Rauchwolke ins Ziel schleudern, vollkommen verbraucht, total am Ende und laut ausrufen: ‚Wow! Was für ein Trip!'“.