Depression (depressio von lateinisch deprimere „niederdrücken“) ist eine psychische Störung bzw. Erkrankung. Laut Stiftung Deutsche Depressionshilfe leiden Frauen fast doppelt so häufig an Depression wie Männer. Insgesamt sind im Laufe eines Jahres 8,2 Prozent der deutschen Bevölkerung betroffen, was ca. 5,3 Millionen Menschen entspricht.
Depressive Menschen haben die natürliche Fähigkeit verloren, Freude zu empfinden. Viele Betroffene, die unter Depressionen leiden, werden die Bedeutung von Emotionen kennen. Denn ohne Emotionen verliert das Leben den subjektiven Sinn. Schwer depressive Menschen leiden unter einem völligen Mangel an Gefühlen.
Depression ist in unserer Leistungsgesellschaft leider noch viel zu oft ein Tabuthema, was oft mit Scham oder sogar dem Gefühl, „falsch“ zu sein, verbunden ist. Wir haben meist einen inneren Druck, ständig funktionieren zu müssen und wenn wir plötzlich aufgrund einer Depression nicht mehr funktionieren können, gibt es uns ein Gefühl von Leere, Hilf- und Orientierungslosigkeit, weil wir oft gar nicht mehr wissen, wer wir ohne dieses Leisten eigentlich sind.
Emotional und energetisch kann Depression als anderes Wort für „etwas unterdrücken“ beschrieben werden. Häufig sind bei einem depressiven Menschen unterdrückte Emotionen zu finden, allen voran unterdrückte Wut. Denn hinter Depression steht oft Überanpassung und kalte Wut.
Symptome einer Depression
Typische Symptome einer Depression sind beispielsweise tiefe Niedergeschlagenheit, Interessenverlust, innere Leere, Antriebslosigkeit, Müdigkeit, tiefe Traurigkeit, häufiges Grübeln, das Gefühl von Hoffnungslosigkeit… Nebensymptome sind u.a. Schlaflosigkeit, Appetitmangel, Selbstzweifel, Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle, Konzentrationsstörungen, starke Unruhe und innere Erregtheit… In schweren Fällen kann es zu Suizidgedanken kommen.
Definition Depression
Das Bundesministerium für Gesundheit schreibt: „Wenn traurige Gefühle und negative Gedanken das gesamte Leben bestimmten, spricht man von einer Depression“. Depression ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, die durch eine anhaltende gedrückte Stimmung, Interessenverlust und Antriebsmangel gekennzeichnet ist. Eine Depression ist also weit mehr als nur eine vorübergehende Phase der Traurigkeit. Sie hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Gedanken, Gefühle und das Verhalten eines Menschen hat.
Endogenen Depression und Entlastungsdepression
Im Gegensatz zu einer endogenen Depression tritt eine Entlastungsdepression (auch als Ferienkrankheit bezeichnet) meist nur temporär auf, sobald wir nach einer Zeit starker Belastung wieder Entlastung haben. Besonders sehr ehrgeizige und übermotivierte Menschen, die sich wenige Pausen gönnen und nur selten wirklich abschalten, sind anfällig dafür.
Erschöpfungsdepression
Eine besondere Form der Depression ist die Erschöpfungsdepression. Sie ist gekennzeichnet durch extreme Müdigkeit, Energielosigkeit und Antriebsmangel. Betroffene fühlen sich wie leergesaugt und sind nicht in der Lage, ihren Alltag zu bewältigen.
Wortursprung
Das Wort „Depression“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „herabdrücken“ oder „niederdrücken“. Es wurde erstmals im 17. Jahrhundert im medizinischen Kontext verwendet, um eine melancholische Gemütsverfassung zu beschreiben. Im Laufe der Zeit hat sich der Begriff weiterentwickelt und umfasst heute verschiedene Formen der Depression, von leichten bis schweren Episoden.
Die 5 Phasen der Depression
Der Grad bzw. Verlauf einer Depression kann in verschiedene Phasen unterteilt werden:
- Prodromalphase: Erste Anzeichen wie Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten treten auf.
- Leichte depressive Episode: Die Symptome werden deutlicher und beeinträchtigen den Alltag.
- Mittelschwere depressive Episode: Die Symptome sind stark ausgeprägt und die Funktionsfähigkeit im Alltag ist eingeschränkt.
- Schwere depressive Episode: Die Symptome sind sehr stark und es besteht die Gefahr von Suizidgedanken.
- Residualphase: Nach Abklingen der akuten Symptome können einige Restbeschwerden bleiben.
Meist werden Depressionen in leichte, mittlere und schwere Depression unterteilt.
Ursachen für Depression
Einer der Hauptfaktoren, die zu Depressionen beitragen, ist eine nicht verarbeitete Vergangenheit. Besonders in den ersten Lebensjahren ist es unvermeidlich, dass wir Dinge erleben, mit denen wir emotional nicht umgehen können. Diese Ereignisse beginnen dann zu bestimmen, wie wir über uns denken und uns in der Welt verhalten. Und ehe wir uns versehen, haben wir Kompensations- und Anpassungsmuster geschaffen. Wir versuchen, so zu sein, wie wir glauben, dass wir sein sollten und andere es von uns erwarten. Menschen, die eine Depression entwickeln, neigen oft dazu, sich selbst zurückstellen, es anderen recht machen zu wollen und zu wenig bis gar nicht über sich, ihre Gefühle und Bedürfnisse zu sprechen. Je stärker das depressive Empfinden ausgeprägt ist, desto mehr entsteht das Gefühl, sich anderen nicht zumuten zu wollen und dass kein anderer einen verstehen könne. Das führt zu einer Verstärkung des inneren Rückzugs und dem Gefühl der Ausweglosigkeit, oft verbunden mit der Überzeugung, erst müssen man innere Klarheit und Besserung haben, bevor man sich anderen wieder zuwendet und kommuniziert. Durch die Diagnose „Depression“ und der Suche nach genetischer Disposition findet teilweise eine (ungewollte) Identifikation mit dieser Krankheit statt und man versucht zunehmend, mit dieser zu leben.
Die Entstehung einer Depression ist komplex und kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Faktoren nur ein erhöhtes Risiko für Depressionen beschreiben, aber nicht zwangsläufig zu einer Erkrankung führen müssen. Die Entstehung einer Depression ist meist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Z.B.:
Biologische Faktoren
- Neurotransmitter: Ungleichgewichte von Botenstoffen im Gehirn, wie Serotonin oder Noradrenalin, können die Stimmung beeinflussen und zu depressiven Symptomen beitragen.
- Genetische Veranlagung: Das Risiko für Depressionen kann familiär vererbt werden. Wenn ein Familienmitglied an Depressionen leidet, ist die Wahrscheinlichkeit für andere Familienmitglieder erhöht.
Psychische Faktoren
- Persönlichkeitseigenschaften: Menschen mit bestimmten Persönlichkeitseigenschaften, wie z. B. einem geringen Selbstwertgefühl, Pessimismus oder einer Neigung zu Grübeleien, scheinen ein erhöhtes Risiko für Depressionen zu haben.
- Stress: Chronischer Stress kann die Entwicklung einer Depression begünstigen.
Soziale Faktoren
- Traumatische Erfahrungen: Erlebnisse wie Missbrauch, Vernachlässigung oder Gewalt in der Kindheit können das Risiko für Depressionen erhöhen.
- Ungünstige Lebensumstände: Armut, Arbeitslosigkeit oder soziale Isolation können zu einer erhöhten Depressionsgefahr führen.
Weitere mögliche Einflussfaktoren: Körperliche Erkrankungen, hormonelle Veränderungen, bestimmte Medikamente und Schlafstörungen können ebenfalls eine Rolle spielen.
Weitere Ursachen für Depression
Es gibt natürlich eine ganze Reihe weiterer Faktoren, die eine Depression begünstigen, verstärken oder auch erst verursachen. Daher sollten Menschen, die unter einer Depression leiden, in jedem Fall folgende Faktoren prüfen:
- Medikamente: Viele Medikamente führen „Depression“ unter möglichen Nebenwirkungen auf.
- Lebensmittelunverträglichkeit: Auch Lebensmittelunverträglichkeiten können zu einer Depression führen.
- Mangel: Auch ein Mangel an Spurenelementen, Vitaminen und Mineralstoffen kann die Ursache einer Depression sein.
- Bewegungsmangel: Zu wenig Bewegung kann das Risiko einer Depression erhöhen.
- Negatives Denken: Eine rein selektive Wahrnehmung negativer Gedanken macht nicht nur unglücklich und führt zu schlechteren Resultaten, sondern kann unter Umständen auch das Fundament einer Depression werden. Damit einher gehen oft auch ständige, selbstsabotierende Selbstgespräche und negative Gedankenspiralen.
- Sozialverhalten: Laut einer DAK Studie aus dem Jahr 2018 gibt es einen Zusammenhang zwischen einer zunehmenden Social-Media-Sucht und Depressionen. Das sich verändernde Sozialverhalten, das omnipräsente sich Vergleichen und eine zunehmende Isolation und Einsamkeit sind begünstigende Folgen. „Jugendliche, die mehr als drei Stunden täglich in sozialen Medien verbringen, haben ein doppelt so hohes Risiko, Symptome von Angst und Depression zu entwickeln. Die durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer in dieser Altersgruppe lag im Sommer 2023 bei 4,8 Stunden“, so der oberste Gesundheitsbeamte der USA, Surgeon General Dr. Vivek Murthy.
- Schlaf: Schlafprobleme gehören u.a. zu den begünstigenden Faktoren einer Depression. Natürlich können Ein- und Durchschlafstörungen auch eine Folge einer Depression oder lang anhaltender Stressbelastung sein.
- Ängste: Depressionen können auch die Folge verdrängter Trauer, Wut oder nicht erkannter oder falsch behandelter Angsterkrankungen sein.
Trauer vs. Depression: Unterschiede verstehen
Trauer ist eine natürliche Reaktion auf Verlust. Der Tod eines geliebten Menschen, der Verlust eines Arbeitsplatzes oder das Ende einer Beziehung sind einschneidende Lebensereignisse, die Betroffene tief verletzen. Traurigkeit und Niedergeschlagenheit sind in solchen Situationen normal. Manchmal beschreiben sich Trauernde sogar selbst als „depressiv“. Wichtig ist jedoch zu unterscheiden: Trauer ist nicht dasselbe wie eine Depression. Die Trauerverarbeitung verläuft individuell und kann durchaus intensive Traurigkeit und Rückzug beinhalten. Dennoch gibt es entscheidende Unterschiede:
Trauer: Schmerzliche Gefühle kommen in Wellen und sind oft mit positiven Erinnerungen an den Verstorbenen vermischt.
Depression: Gedrückte Stimmung und Interessenverlust halten meist länger als zwei Wochen an.
Trauer: Das Selbstwertgefühl bleibt in der Regel erhalten.
Depression: Gefühle der Wertlosigkeit und Schuld sind häufige Symptome.
Trauer: Todesgedanken können auftreten im Sinne eines Wunsches, dem Verstorbenen „nachzufolgen“.
Depression: Suizidgedanken entstehen aus Hoffnungslosigkeit und dem Gefühl, die Situation nicht bewältigen zu können.
Depression überwinden
In einer 2023 in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Studie wurden über einen Zeitraum von neun Jahren die Daten von etwa 290.000 Teilnehmern analysiert, darunter 13.000 Personen, die an Depressionen litten. Die Forscher identifizierten sieben Lebensgewohnheiten, die das Risiko für Depressionen signifikant reduzieren:
- Ausreichender Schlaf (7-9 Stunden): Senkt das Depressionsrisiko um 22 Prozent.
- Rauchverzicht: Verringert das Risiko um 20 Prozent.
- Pflege häufiger sozialer Kontakte: Reduziert das Risiko um 18 Prozent.
- Regelmäßige körperliche Betätigung: Senkt das Risiko um 14 Prozent.
- Begrenzung von sitzender Tätigkeit: Reduziert das Risiko um 13 Prozent.
- Mäßiger Alkoholkonsum: Führt zu einer um 11 Prozent geringeren Gefahr.
- Eine gesunde Ernährung einhalten: Reduziert das Risiko um 6 Prozent.
Besonders auffällig war, dass Lebensstilfaktoren einen stärkeren Einfluss auf das Depressionsrisiko hatten als genetische Veranlagungen. Insgesamt war die Wahrscheinlichkeit, an einer Depression zu erkranken, bei Teilnehmern mit einem gesunden Lebensstil um 57 Prozent geringer, unabhängig von der genetischen Veranlagung. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass körperliche Aktivität eine der wirklich bedeutenden Maßnahmen zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen sein sollte.
Zu den weiteren Möglichkeiten, eine Depression zu überwinden, gehören natürlich in jedem Fall das Aufsuchen von professioneller Hilfe, Psychotherapie, Sport und Bewegung, gesunde Ernährung, soziale Unterstützung sowie auf Basis einer fundierten ärztlichen Diagnose Medikamente.
Depression behandeln mit Medikamenten
Immer mehr Forschungen kommen zu dem Schluss, dass in vielen Fällen Psychopharmaka wie Antidepressiva eine geringe bis keine Wirkung haben, in manchen Fällen sogar eine gegenteilige. Prof. Dr. med. Uwe Gonther, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Chefarzt und Ärztlicher Direktor AMEOS Klinikum Bremen, sagt dazu: „Erst in der jüngeren Zeit habe ich durch kritische Weiterbildung erfahren, dass die Biochemie der Depression unbekannt ist. Es gibt keinen körpereigenen Stoff, der eine Depression anzeigt, und auch keinen Stoff, der sich bei einer Besserung einer Depression messbar verändert. Wir Psychiater haben Marketingversprechungen (der Pharmaindustrie) geglaubt, denen jedwede solide wissenschaftliche Basis fehlt.“
Das Wort depressed lässt sich auch lesen als: DEEP REST – tiefe Ruhe.
Wir können Depression neu betrachten:
Nicht als psychische Erkrankung, sondern als einen Zustand tiefster Erschöpfung –
eine spirituelle Müdigkeit, in die wir fallen, wenn wir de-pressed sind,
hinuntergedrückt vom Gewicht unseres falschen Selbst, der Maske,
der Geschichte, die unser Ego über uns erzählt.Wir sehnen uns danach, nicht länger zu funktionieren,
sondern unsere ungefilterte Wahrheit auszudrücken:
Unsere geheime Einsamkeit, unsere Scham, unsere gebrochenen Herzen,
unsere Langeweile – und unseren strahlenden Zorn.Die Depression ruft uns zur Wahrhaftigkeit.
Sie will gehört, nicht analysiert oder medikamentös betäubt werden.Es gibt keine Scham in deiner Erschöpfung.
Wir sind alle müde, mein Schatz.Verlangsame dich heute.
Erlaube dir, tief zu ruhen.
Zu weinen.
Zu atmen.
Und neu zu beginnen – jetzt.Ich sage:
Unsere Depression ist heilig.
In ihr liegen die Samen eines neuen Lebens.— Jeff Foster
Du möchtest nicht nur verstehen,
sondern wirklich etwas verändern?
Erkenntnisse sind oft der erste Schritt. Wirkliche Veränderung entsteht jedoch dann, wenn aus neuen Perspektiven klare Entscheidungen und konsequentes Handeln werden. Genau dabei begleite ich Menschen im persönlichen Coaching.








